10 Kilometer Plattensee

Menschlich gesehen

Wer der 18jährigen Alessa D ö r l i n g in ihre Augen schaut, erkennt sofort ihre Entschlossenheit. "Mit ihr ist nicht zu spaßen", weiß Trainer Carsten Gooßes. Der Wille hat die Hamburger Langstreckenschwimmerin weit gebracht. Am nächsten Donnerstag startet sie bei den Europameisterschaften im Plattensee (Ungarn) über die olympische Zehn-Kilometer-Distanz. Als Dritte der deutschen Meisterschaften hat sie sich für die Titelkämpfe qualifiziert. Das hatte in dieser Ausdauerdisziplin zuvor kein Schwimmer aus der Hansestadt geschafft.

Mehr als zwei Stunden wird sie im lauwarmen Balaton unterwegs sein. Ihre Verpflegung, zwei Beutel mit einem kohlehydratreichen Gel, wird sie sich an ihre Unterschenkel kleben. Trinkwasser reichen ihr die Betreuer. Durchhalten ist ihr Ziel, "und mehr kann man von ihr noch nicht erwarten", sagt Gooßes.

Alessa Dörling, sie schwimmt seit 14 Jahren, läßt sich derzeit zur Physiotherapeutin ausbilden. Die Kollegen können sie schon mal zu einem Kinobesuch überreden, "aber bitte keine Liebesfilme". Zur Entspannung liest sie gern, am liebsten Biographien großer Schwimmer. Sie selbst - 1,61 Meter groß - will keine Große werden. "Dafür müßte ich meine Berufspläne aufgeben, und das habe ich nicht vor", sagt sie.

Nach der EM, und darauf freut sie sich, kann sie endlich baden gehen - beim Familienurlaub auf Ibiza.

rg

erschienen am 22. Juli 2006

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