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Trainer Jörg Freyher, der die 17jährige am Straussee in
Empfang nimmt. Aber der 31jährige schüttelt nur grinsend den
Kopf und sagt: "Daß du Ferien hast, glaube ich nicht."Der Grund ist allerdings alles
andere als unangenehm: Denn als Zweite ihres Jahrgangs löste
Alessa das Ticket zur Junioren-Europameisterschaft im
Langstreckenschwimmen in Bled (Slowenien).
"Von einer EM-Teilnahme habe
ich schon geträumt, als ich noch im Schwimminternat in Potsdam
war. Ich dachte aber nicht, daß das jetzt noch klappen würde",
so Alessa, die im Jahr 2003 zur Startgemeinschaft Wasserratten
nach Norderstedt wechselte.
Ursprünglich war die
800-Meter-Strecke ihre Lieblingsdisziplin. "400 Meter sind zu
kurz, 1500 Meter zu lang", hatte sie noch vor einem halben
Jahr festgestellt. Doch das ist Schnee von gestern. Bei den
Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin wurde Jörg Freyher
empfohlen, Alessa doch auch einmal eine längere Strecke schwimmen
zu lassen. "Also habe ich sie gefragt, ob sie Lust dazu hätte.
Eine Woche später war die Entscheidung gefallen", so Freyher.
"Ich mochte die langen
Strecken eigentlich noch nie besonders gern. Aber meine Zeit bei
der Deutschen Meisterschaft über 1500 Meter war sehr gut. Da habe
ich mir gedacht, ich versuch es einfach mal", so Alessa Dörling.
Die Erfahrungen, die sie bei
ihrem ersten Einsatz im Freigewässer machte, waren indes alles
andere als angenehm. "Eine Schwimmerin mußte sogar ins
Krankenhaus eingeliefert werden, weil sie einen Tritt in den Magen
bekommen hat", so die Norderstedterin, die in diesem Jahr
eine Ausbildung zur Physiotherapeutin angefangen hat. "Die
erste halbe Runde war schrecklich. Ständig wurde ich
untergetaucht und getreten. ,Das mache ich nie wieder', habe ich
mir da zunächst gedacht."
Doch der Wettkampf entwickelte
sich dann doch noch äußerst positiv. Der sechste Platz in der
offenen Klasse und Rang zwei bei den Mädchen des Jahrgangs 1988
sind ein Indiz dafür, daß die Entscheidung für die DM-Teilnahme
genau richtig war. "Irgendwie gehen 5000 Meter im See auch
viel schneller vorbei als im Schwimmbad", so Alessa Dörling.
Die meisten Kilometer "reißt"
sie nach wie vor im "Arriba"-Erlebnisbad ab, aber Jörg
Freyher will auch Trainingseinheiten im Wilstedter Badesee in die
EM-Vorbereitung einbauen. Die Betreuung seiner Schwimmerin bei den
Titelkämpfen in Slowenien am 30. Juli wird dann aber definitiv
die letzte Tätigkeit des zukünftigen Nachwuchstrainers des
Hamburger Schwimmverbandes für die Startgemeinschaft Wasserratten
sein.
Am 1. August soll sein Nachfolger
am Beckenrand stehen. "Daß ich die Vorbereitung für die EM
noch übernehme, ist doch selbstverständlich", so der Coach,
der sich allerdings noch zwei Wochen auf Kreta erholen wird. Seine
Vertreterin ist Nicole Trottenberg, die sich als DM-Dritte über
10 000 Meter mit dem Freiwasserschwimmen bestens auskennt.
erschienen am 29. Juni 2005
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