Hamburg

Als Männer noch Badeanzüge trugen


Er hat Kaiser Wilhelms Zeiten, die Weimarer Republik, zwei Weltkriege, den Wiederaufbau und schließlich den Mauerfall erlebt und schwimmt immer noch obenauf. Nach 125 Jahren erfolgreicher Vereinsgeschichte gab es gestern einen Senatsempfang zu Ehren des Hamburger Schwimm-Clubs (HSC). Der Staatsrat der Behörde für Bildung und Sport, Reiner Schmitz (57), beglückwünschte den ältesten Schwimmverein Hamburgs für die Erfolge im Bereich des Schwimmsports. Der Verein hat aber keineswegs vor, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Das Ziel des HSC ist es deshalb, "das Schwimmen einem möglichst großen Bevölkerungskreis zu erhalten", so Helmut Dietz. Doch das sei in Zeiten von Zuschußkürzungen für den Schwimmsport und der ständigen Gefahr von Schließungen der Schwimmbäder keine leichte Aufgabe. Aber der HSC stellt sich den neuen Herausforderungen und bietet den 700 Mitgliedern heute im Grünen Grunde 1a ein weitgefächertes sportliches Betätigungsfeld: "Vom Gesundheits- und Breitensport bis zum Leistungssport, vom Baby- bis zum Seniorenschwimmen ist alles dabei. Auf dieser Basis kann aufgebaut werden", sagt Helmut Dietz (61), erster Direktor des HSC. Begonnen hat alles am Ende des 18. Jahrhunderts, als die Hamburger die Liebe zum Wasser wiederentdeckten. Viele konnten aber gar nicht schwimmen und die Zahl der Ertrunkenen stieg jährlich. Die Schwimmbadleiter Krüger und Weström beobachteten besorgt diese Entwicklung und gründeten am 9. September 1897 im Restaurant Kern "das Fundament der Hamburger Schwimmsportgeschichte, den HSC", sagt Reiner Schmitz. Die beiden Vereinsgründer veranstalteten Schwimmfeste, Wettkämpfe und Entenjagden, um den Hamburgern das Schwimmen mit allen Mitteln nahezubringen. Diese Aufgabe erfüllten sie offenbar gut, denn der Verein hat nicht nur das Schwimmen als Schulfach eingeführt, sondern auch Deutsche Meister, Europameister und Silbermedaillengewinner hervorgebracht. Und "wir hoffen, daß bald wieder ein Olympiasieger aus ihren Reihen kommt." sagte Schmitz. hpcz

erschienen am 13. Mai 2005 in Hamburg

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